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November 2014

 

Beim letzten Mal haben wir davon gesprochen, wie es überhaupt zu unserem Franziskus-Garten gekommen ist, wie Franziskus zu uns fand und warum wir ihm ein Haus bauen mussten.

Nun wollen wir einen näheren Blick auf die Kapelle werfen, die hier entstanden ist. Eine Nachbildung der Portuncula-Kapelle, die in unserer Geschichte eine große Rolle gespielt hat und noch bis heute spielt.

Das Kirchlein, das in Assisi stand, war sehr vernachlässigt und verfallen. Franziskus, nachdem er San Damiano und eine weitere Kapelle wiederaufgebaut hatte, widmete sich tatkräftig dieser kleinen Kirche und stellte auch sie wieder her. In der ersten Lebensbeschreibung von Thomas von Celano können wir darüber folgendes lesen (1 Cel 21):

„[...]Von da begab er sich an einen anderen Ort, der Portiunkula heißt. Dort stand eine Kirche der seligen Jungfrau und Gottesmutter, vor langer Zeit erbaut. Jetzt aber war sie verlassen und von niemand betreut. Wie sie der Heilige Gottes so verfallen sah, wurde er von frommem Mitleid gerührt und aus glühender Verehrung gegen die Mutter aller Güte nahm er daselbst seinen dauernden Aufenthalt. Als er die genannte Kirche repariert hatte, stand man im dritten Jahre seiner Bekehrung. [...]“

Wie schon vor mehr als 800 Jahren hat nun Franziskus bei uns auch in der Portuncula seinen dauernden Aufenthalt genommen. Auch auf unserer Kapelle finden wir Maria mit dem Kind, ein Hinweis auf die Marienweihe dieses Gotteshauses, die uns auch in der Verkündigungsszene im Inneren zu Bewusstsein gebracht wird.

Auch die Spiritualität des Heiligen findet hier einen entscheidenden Baustein. Wir wollen noch einmal Thomas von Celano (1 Cel 22) zu Wort kommen lassen:

„Eines Tages aber wurde in eben dieser Kirche das Evangelium, wie der Herr
seine Jünger zum Predigen aussandte  verlesen, und der Heilige Gottes war zugegen. Wie er die Worte des Evangeliums vernommen hatte, bat er gleich nach der Messfeier inständig den Priester, ihm das Evangelium auszulegen. Dieser erklärte ihm alles der Reihe nach. Als der heilige Franziskus hörte, dass die Jünger Christi nicht Gold oder Silber noch Geld besitzen, weder Beutel noch Reisetasche, noch Brot, noch einen Stab auf den Weg mitnehmen, weder Schuhe noch zwei Röcke tragen dürfen, sondern nur das Reich Gottes und Buße predigen sollen, frohlockte er sogleich im Geiste Gottes und sprach: „Das ist’s, was ich will, das ist’s, was ich suche, das verlange ich aus innerstem Herzen
zu tun.“ Deshalb macht sich der heilige Vater, von Freude überströmend, eilig an die Ausführung des heilsamen Wortes und duldet keinen Aufschub mehr, mit ganzer Hingabe die Verwirklichung dessen zu beginnen, was er eben gehört hat. Allsogleich löst er die Schuhe von den Füßen, legt den Stab aus der Hand und, zufrieden mit einem einzigen Rock, vertauscht er den Ledergürtel mit einem Strick. Darauf richtet er sich den Rock in Form des Kreuzes zurecht, damit er in ihm alle teuflischen Trugbilder abwehre; er macht ihn aus rauestemStoff, um in ihm das Fleisch mit seinen Lastern und Sunden zu kreuzigen; er macht ihn schließlich recht armselig und schmucklos, auf dass er der Welt in keiner Hinsicht als begehrenswert erscheine. Das Übrige aber, was er gehört hatte, begehrte er mit größter Sorgfalt und höchster Ehrfurcht zu tun. Er war ja kein tauber Hörer des Evangeliums, sondern behielt alles, was er hörte, in seinem rühmenswerten Gedächtnis und mühte sich, es auf den Buchstaben genau sorgfältig zu erfüllen.“
 
Nun wusste Franziskus also 3 Jahre nach seiner Bekehrung endlich, wie seine Lebensweise aussehen sollte. Die Erkenntnis jenes 24.02.1208 prägt sein ganzes weiteres Leben und wird damit gewissermaßen zu einem Anfangspunkt. So wie die Portuncula auch für unseren Garten der Anfangspunkt geworden ist.

Dieser Ort ist aber nicht nur für Franziskus persönlich von großer Bedeutung. Aber dazu beim nächsten Mal mehr...

 

 

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