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Januar 2014

 

Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala.
Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. (Joh 19,25-27)

Da ihr euch auf göttliche Eingebung hin zu Töchtern und Mägden des erhabensten, höchsten Königs, des himmlischen Vaters, gemacht und euch dem Heiligen Geiste verlobt habt, indem ihr das Leben nach der Vollkommenheit des heiligen Evangeliums erwähltet, so will ich, und ich verspreche dies für mich und meine Brüder, für euch genauso wie für diese immer liebevolle Sorge und besondere Aufmerksamkeit hegen.
(Lebensform des hl.Franziskus für die hl.Klara und ihre Schwestern von 1212)

Wie bereits angekündigt, wollen wir nun gemeinsam die Betrachtung des Kreuzigungsbildes vertiefen. Das angegebene Zitat aus dem Johannesevangelium gibt uns schon einen wichtigen Hinweis dazu. Die Anordnung der Personen auf der Ikone ist typisch für Darstellungen, bei denen Johannes und die Gottesmutter Maria unter dem Kreuz stehen. In vielen Kirchen können wir dieses Motiv finden. Es ist der Moment, an dem Jesus seine Mutter und den „Jünger, den er liebte“ einander anvertraut. Was Franziskus mit Johannes zu tun hat, wurde im Dezember des letzten Jahres angedeutet und das Thema der hl.Klara als neue Maria haben wir in den vergangenen Monaten ebenfalls immer wieder in Augenschein genommen, so dass uns diese Deutung nicht mehr überrascht.
Auch im Leben von Klara und Franziskus gab es ein Einander-anvertraut-werden durch Gott, wie uns die hl.Klara in ihrem Testament bezeugt:

„Denn als der Heilige, der damals noch keine Brüder oder Gefährten hatte, sozusagen gleich nach seiner Bekehrung die Kirche von San Damiano wieder aufbaute, wo er in einer göttlichen Heimsuchung viel Trost erfuhr und den Antrieb empfing, die Welt ganz zu verlassen, da redete er prophetisch in großer Freude und in der Erleuchtung des Heiligen Geistes von uns. Und Gott hat dies später in Erfüllung gehen lassen. Er stieg nämlich damals auf die Mauer der genannten Kirche und rief einigen Armen, die dort in der Nähe waren, mit lauter Stimme auf Französisch zu: „Kommt und helft mir beim Bau des Klosters von San Damiano; denn hier werden bald Frauen leben, durch deren heiligen Lebenswandel, dessen Ruf sich verbreiten wird, unser himmlischer Vater in seiner ganzen heiligen Kirche verherrlicht werden wird.“ (Testament der hl.Klara 9-12)

Der hl.Franziskus hat in einer Vision erfahren, dass bei der Kirche, die er wieder errichten wollte, bald Schwestern leben würden. Also schon bevor Franziskus in einer Gemeinschaft von Brüdern lebte, übernahm er mit dem Klosterbau die Sorge für die Schwestern, die dort künftig wohnen sollten. So entsprang die Berufung des hl.Franziskus und der hl.Klara eigentlich demselben Ruf. Schon von Anfang an, waren die beiden aufeinander ausgerichtet und aneinander gebunden. Man könnte im Hinblick auf das Johannesevangelium sogar sagen, dass er die Schwestern nach dem Anruf, sobald sie sich zeigten, zu sich nahm. Er nahm die hl.Klara 1212 zunächst in seine Brüdergemeinschaft auf und sorgte fortan für die wachsende Gemeinschaft. Die Brüder gingen betteln, übernahmen die Seelsorge und machten so das Leben in Klausur erst möglich. Die Schwestern ihrer Lebensform entsprechend trugen die Brüder im Gebet. Als Franziskus noch im selben Jahr den Schwestern ihre erste Lebensform gab, versprach er für sich und seine Brüder auch in Zukunft die liebevolle Sorge und Aufmerksamkeit zu übernehmen. Ein Punkt, der im Laufe der Ordensgeschichte für einigen Streit und Schwierigkeiten sorgte. Unbestritten bleibt allerdings, dass die Einheit der Schwestern und Brüder der franziskanischen Familie eine gottgeschenkte und in der Liebe zu Christus begründete ist und schon im Ursprung vorhanden war.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien ein gesegnetes, frohes und gnadenreiches Jahr 2014.

 

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