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September 2013

 

„Wer siegt, der darf mit mir auf meinem Thron sitzen, so wie auch ich gesiegt habe und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe.“ (Offb 3,21)

„Hört, kleine Arme, vom Herrn berufen, die ihr aus vielen Gebieten und Gauen seid vereint: lebt immer so in der Wahrheit, dass ihr im Gehorsam sterbt.
Schaut nicht nach dem Leben draußen! Denn jenes nach dem Geiste ist besser. Ich bitte euch in großer Liebe: übt Sorgfalt mit den Almosen, die der Herr euch gibt!
Jene, die von Krankheit beschwert sind, und die anderen, die sich für sie abmühen: ihr alle, harret aus in Frieden!
Denn um teuren Preis werdet ihr verkaufen solche Müh’, da jede im Himmel gekrönt wird als Königin – mit der Jungfrau Maria“ (Mahnlied für Klara und ihre Schwestern)

Bereits die Bildunterschrift „Im Himmel gekrönt mit Maria“, verrät uns das Thema der Darstellung, die wir diesen Monat betrachten wollen. Am 15.August feiert die katholische Kirche die Aufnahme Mariens in den Himmel, am 22. August in langer Tradition ihre Krönung zur Königin des Himmels. Wir haben in den vergangenen Monaten schon einige Parallelen im Leben von Klara und Maria aufblitzen sehen und so stellt uns die Ikonenschreiberin hier nun eine weitere vor Augen.
Nachdem die hl.Klara gestorben war (wir haben das Gedenken am 11.August gefeiert) und von Christus selbst „abgeholt“ und wie Maria in den Himmel aufgenommen wurde, erleben wir nun, wie sie neben Christus sitzt und von ihm gekrönt wird. Es ist die buchstäbliche Krönung eines heiligen Lebens. Franziskus, der sie bereits fast 30 Jahre im Himmel erwartet, greift vor Freude einmal mehr zu Zweigen, um „Geige zu spielen“, wie man es schon zu Lebzeiten so manches Mal erleben konnte (vgl. 2 Cel 127). Und auch die Engel wohnen dem Ereignis bei (vgl. Hebr 12,22).

Es gibt verschiedene Gedanken von Franziskus und Klara selbst, wie auch aus der heiligen Schrift, die eine solche Krönung nahelegen, die hier nur beispielhaft genannt werden. Diese Zeugnisse sprechen eine so deutliche Sprache, dass sie wohl keiner weiteren Erläuterung bedürfen, weshalb wir uns darauf beschränken, sie ihnen als Bausteine zu einer eigenen Betrachtung vorzulegen.

So besingt zum Beispiel König David die Erfüllung seiner Herzenswünsche durch Gott, seine Krönung und das ihm geschenkte ewige Leben (vgl. Ps 21,3-5). Im Buch der Weisheit ist den Gerechten die Krone der Schönheit verheißen (vgl. Weis 5,15f), in der Offenbarung des Johannes der Thron Gottes (vgl. Offb 3,21). An vielen weiteren Stellen finden wir die Verheißung einer Mitherrschaft der Menschen mit Gott im Himmel, die uns aber hier nicht weiter beschäftigen sollen.

Kehren wir zurück zum hl.Franziskus. Er hat in seinem Sonnengesang 1224/1225 selbst in Krankheit niederliegend bereits jene gelobt, die verzeihen, um der Liebe willen und die Krankheit und Drangsal in Frieden ertragen. Jenen verkündete er, sie würden vom Höchsten dafür gekrönt werden (Sonn 8). Wir wissen, dass auch die hl.Klara einen großen Teil ihres Lebens schwer krank war, dies um der Liebe Christi willen aber im Frieden getragen hat. Ebenfalls 1225 verfasste Franziskus das oben zitierte Mahnlied an die Schwestern, in der er ihre Berufung zusammenfasst und die ausdrückliche Krönung mit Maria als Preis für ein solches treues Leben der Nachfolge erscheinen lässt.

Die hl.Klara selbst greift den Gedanken der Krönung mehrfach in ihren Briefen an die hl.Agnes von Prag auf. 1224/35 in ihrem ersten erhaltenen Brief spricht sie bereits von einer goldenen Krone, mit der Christus die hl.Agnes gekrönt hat als ausdrückliches Zeichen der Heiligkeit (vgl.1 Agn 11). Im zweiten Brief kommt sie ganz von dem Gedanken, dass auf die Drangsal, auf den Weg der Kreuzesnachfolge die Herrlichkeit folgt. So schreibt sie: „Wenn du mit ihm leidest, wirst du mit ihm herrschen, wenn du mit ihm trauerst, wirst du dich mit ihm freuen, wenn du mit ihm am Kreuze der Bedrängnis stirbst, wirst du mit ihm im Glanz der Heiligen die himmlischen Wohnungen besitzen, und dein Name wird im Buch des Lebens aufgezeichnet werden, und er wird ruhmreich sein unter den Menschen.“ (2 Agn 21f)
Und schließlich möchte man ihr selbst auch entgegenrufen, was sie Agnes über die Aufnahme in das himmlische Brautgemach des Königs schreibt: „[Die Zier der Seele mit Tugenden] ist jene Vollkommenheit, aufgrund derer Dich der König selbst zu sich in das himmlische Brautgemach aufnehmen wird, wo er glorreich auf sternenbekränztem Throne sitzt; [denn du hast] es unternommen, der heiligsten Armut nachzueifern, und hast dich im Geist großer Demut und glühendster Liebe an die Fußspuren desjenigen geheftet, dem du vermählt werden durftest.“ (2 Agn 5.7)

An vielen Zeugnissen ihres Lebens könnte man belegen, dass die hl.Klara ein Leben der Armut, des Gehorsams, der Demut, der ständigen Umkehr zu ihrem Herrn, der Anbetung und der Tugend geführt hat mit allen Freuden und Schwierigkeiten, die das Zusammenleben mit ihren Schwestern mit sich brachte. So dürfen wir uns mit ihr freuen und uns das Bild des heutigen Monats als Hoffnungszeichen für unsere eigene Zukunft vor Augen halten, denn die Verheißung mit ihm zu herrschen gilt allen, die ihm ihn Liebe folgen.

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