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Juli 2013

 

„Dann sprach der Herr zu Mose: Rede zu den Israeliten und lass dir jeweils von einer Großfamilie einen Stab geben, und zwar von der Großfamilie des Stammesführers, im Ganzen also zwölf Stäbe, und schreib ihre Namen darauf! [...] Dann leg die Stäbe in das Offenba­rungszelt vor die Bundesurkunde, dort, wo ich euch begegne. Dann wird der Stab dessen, den ich erwähle, Blätter bekommen. [...] Als Mose am nächsten Tag zum Zelt der Bundesurkunde kam, da war der Stab Aarons, der das Haus Levi vertrat, grün geworden; er trieb Zweige, blühte und trug Mandeln.“ (Num 17,17-20.23)

„Geheimnis des Glaubens: im Tod ist das Leben“ (GL 620)

Artist Artist - Noli me tangere / kret.Ikone 16.Jh.

 

 

 

 

 

 

 

 

           
                                                       

Noli me tangere/ kret.Ikone 16.Jh.

Unsere Ikone vom Rutenzweig erinnert an einen anderen sehr bekannten Ikonentypus.Unter der Bezeichnung „Noli me tangere“ (Fass mich nicht an. bzw. „Halt mich nicht fest“ Joh 20,17) finden wir das Motiv seit dem Ende des 1.Jahrtausends als Darstellung der Begegnung von Maria Magdalena mit dem Auferstandenen. Wie in der letzten Seite des Monats bereits angekündigt, wollen wir nun einen tieferen Blick auf die „Ikone im Hintergrund“ werfen und aus dieser Perspektive die Legende vom blühenden Rutenzweig noch einmal neu deuten.
In so mancher Darstellung trägt Christus die Siegesfahne, wie der Heilige Vater seinen Bischofsstab mit Kreuz.
Die hl.Klara kniet als die Empfangende, die Beschenkte, die ehrfurchtsvoll Aufblickende dem Heiligen Vater zu Füßen, wie Magdalena ihrem Herrn. Mit der selben Zuneigung in Blick und Haltung wenden Christus und Papst Innozenz sich der vor ihnen Knienden zu. In den zugewandten Blicken begegnen die Beteiligten sich sehr tief. Auch die hl.Klara begegnet hier im Stellvertreter Christi ihrem geliebten Herrn, dem Haupt des Leibes, der die Kirche ist.

Auffällig ist nur die Abweichung, was den Hintergrund der knienden Frau betrifft. Bei Magdalena finden wir das offene Grab und die Leinenbinden, Zeugnisse von Tod und Auferstehung Jesu. Hier ist die Passion noch ganz lebendig, der Schmerz noch nicht vergessen, das Geschehene noch ganz präsent.
Bei der hl.Klara sehen wir anstelle des Grabes die Leidenswerkzeuge und den Brunnen, der in San Damiano steht. Auch bei ihr ist durch die innige Betrachtung des Leidens und Sterbens Jesu das ganze Geschehen lebendig gegenwärtig. Sie schöpft aus den Quellen lebendigen Wassers, indem sie sich die Passion Christi immer wieder gegenwärtig macht und im liebenden Mitleiden selbst durchlebt. Und wo der leidende Jesus ist, finden wir immer auch den Auferstandenen, gibt es immer auch die Begegnung mit dem lebendigen Gott selbst. In jedem Leid ist auch bereits ein Stück Erlösung zu finden. Daher berichtet uns die Legende auch, dass das Gesicht der hl.Klara gleichermaßen von tiefem Mitleid gezeichnet ist, als auch von wahrer Glückseligkeit. Aus dieser leidvollen Betrachtung der hl.Klara blüht neues Leben. Davon ist auch der Heilige Vater gestärkt worden. So begegnen beide in Betrachtung und geistlichem Austausch Christus. Ja, es ist das Geheimnis unseres Glaubens, dass aus dem Tod neues Leben ersteht und dass dort, wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind, er mitten unter ihnen zu finden ist (vgl.Mt 18,20).

Bereits im Alten Testament können wir den Bericht eines blühenden Stabes nachlesen. So wie bei Aaron das tote Holz seines Stabes zu blühen begann und Früchte trug, so geht es auch der hl. Klara mit der Rute von der Geißelung Jesu. Hier wird uns deutlich, wie ihre Liebe zum Leiden Jesu und die Betrachtung seiner Passion fruchtbar wird in ihrem Leben.

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